
Online-Shop kaufen: Die richtige Wahl treffen
Den passenden Online-Shop zu finden, kann eine anspruchsvolle Aufgabe sein. Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte erläutert, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden sollten.
Ein umfangreicher Markt
Zahlreiche Internetagenturen haben sich auf die Erstellung von Online-Shops spezialisiert, mit Angeboten von kleinen Startpaketen bis hin zu Lösungen ohne Budgetgrenze. Meist wird dabei das Design individuell angepasst und mit einer Open-Source-Software wie Magento oder xt:Commerce kombiniert. Wer eine wirklich individuelle Lösung sucht, sollte beachten, dass nicht jede Agentur dafür ausgestattet ist. Erfahrungsgemäß werden mitunter großzügige Versprechen gemacht, die sich bei der konkreten Umsetzung als kostenintensiver erweisen als ursprünglich kommuniziert.
Klare Anforderungen als Grundlage
Vor dem Kauf sollte genau festgelegt werden, welche Funktionen tatsächlich benötigt werden. Ein Vergleich verschiedener Online-Shop-Softwarelösungen sowie ein Gespräch mit einem spezialisierten Berater vor Projektbeginn sind empfehlenswert. Große Unternehmen wie Amazon oder Zalando verfügen über eigene Entwicklungsabteilungen – für die meisten mittelständischen Vorhaben sind solche Beispiele jedoch nicht repräsentativ.
Einen eigenen Online-Shop kaufen
Der Kauf eines fertigen Shopsystems ermöglicht einen schnellen Einstieg, da diese Lösungen bereits ausgereift sind und sofort genutzt werden können. Der Betreiber behält dabei die volle Kontrolle über Gestaltung und Funktionsumfang.
- Einmalige Investition: Eine einmalige Zahlung anstelle laufender Mietgebühren, jedoch mit der Notwendigkeit, regelmäßige Updates selbst im Blick zu behalten.
- Technische Umsetzung: Der Betrieb kann auf eigenem Webspace oder bei einem externen Anbieter erfolgen.
- Standardisierte und geprüfte Lösungen: Open-Source-Projekte wie Magento oder xt:Commerce bieten eine solide technische Basis mit regelmäßigen Updates.
Mögliche Nachteile beim Kauf
Ein Kauf ist nicht in jedem Fall die optimale Lösung. Folgende Punkte sollten berücksichtigt werden:
- Updates und Kosten: Die Update-Politik des Anbieters sollte geprüft werden. Eigenständige Pflege kann günstiger, aber zeitaufwendiger sein.
- Zeitaufwand zu Projektbeginn: Design und Funktionsumfang erfordern eine detaillierte Einarbeitung.
- Technik und Budget: Technische Anpassungen und das initiale Setup erfordern entweder Fachkenntnisse oder ein entsprechend höheres Budget für externe Unterstützung.
- Folgekosten: SSL-Zertifikate, Schnittstellen zu Zahlungsanbietern und ähnliche Positionen verursachen zusätzliche laufende Kosten.
- Individuelle Anpassungen: Nicht update-sichere Anpassungen können bei künftigen Systemaktualisierungen überschrieben werden.
- Marktaustritt des Anbieters: Verschwindet ein Anbieter vom Markt, kann ein Systemwechsel notwendig werden.
Zudem variiert die Update- und Weiterentwicklungsbereitschaft zwischen den Anbietern, und die Auswahl an Systemen kann unübersichtlich sein. Eine genaue Prüfung im Vorfeld ist daher ratsam.
Die bekanntesten Online-Shop-Plattformen im Vergleich

Die folgende Übersicht stellt zehn verbreitete E-Commerce-Plattformen vor und ordnet sie nach typischen Einsatzbereichen ein.
1. Shopify
Geeignet für: Kleine bis mittelgroße Unternehmen und Start-ups, die schnell einen Shop starten möchten.
Leistungsumfang: Intuitive Bedienoberfläche, vielseitige Designvorlagen und ein umfangreiches App-Angebot. Unterstützung gängiger Zahlungsmethoden sowie integrierte Inventarverwaltung.
Vorteile: Auch für technisch weniger versierte Nutzer geeignet; gute Anbindung an Instagram, Facebook und weitere Kanäle; skaliert mit wachsendem Geschäft; großer Marktplatz für Apps und Erweiterungen.
Zu beachten: Kann kostenintensiv werden, sofern nicht Shopify Payments genutzt wird; individuelles Design erfordert teils technisches Know-how.
2. WooCommerce
Geeignet für: WordPress-Nutzer, die eine kosteneffiziente und anpassbare Lösung suchen.
Leistungsumfang: WordPress-Plugin mit umfangreichen Erweiterungen und flexiblen Einstellungsmöglichkeiten, kompatibel mit gängigen WordPress-Themes.
Vorteile: Kostengünstig, besonders für bestehende WordPress-Nutzer; hohe Anpassungsfreiheit für Entwickler; große Community und breites Plugin-Angebot.
Zu beachten: Technisches Verständnis erforderlich; bei hohem Besucheraufkommen abhängig von der Serverleistung.
3. Magento (Adobe Commerce)
Geeignet für: Mittelgroße bis große Shops mit spezifischen Anforderungen.
Leistungsumfang: Verfügbar als Open-Source-Version oder als Premium-Lösung von Adobe, mit umfangreichen Produkt-, Bestell- und Anpassungsoptionen.
Vorteile: Hohe Flexibilität und Leistungsfähigkeit; geeignet für große Shops mit komplexen Anforderungen; umfangreiche Grundfunktionen.
Zu beachten: Erfordert fundierte technische Kenntnisse; höhere Kosten, insbesondere bei der Adobe-Version; erhöhte Anforderungen an die Serverhardware.
4. BigCommerce
Geeignet für: Skalierbare Projekte ohne eigenständiges Hosting-Management.
Leistungsumfang: Unkomplizierte Bedienung, gute Multi-Channel-Integration und leistungsfähige Marketing-Tools.
Vorteile: Keine Transaktionsgebühren; starke Multi-Channel-Anbindung; solide technische Basis.
Zu beachten: Bestimmte Funktionen nur in höherpreisigen Paketen verfügbar; Anpassungen erfordern HTML- und CSS-Kenntnisse.
5. PrestaShop
Geeignet für: Budgetbewusste Betreiber mit Interesse an Eigenentwicklung.
Leistungsumfang: Open-Source-Lösung mit flexibler Anpassung und großer Vorlagenauswahl.
Vorteile: Kostenlos in der Basisversion (Kosten fallen für Hosting und Module an); große Auswahl an Modulen und Themes; hohe Anpassungsfähigkeit.
Zu beachten: Technische Vorkenntnisse erforderlich; erweiterte Funktionen sind kostenpflichtig.
6. Wix eCommerce
Geeignet für: Schnelle Umsetzung ohne technische Vorkenntnisse.
Leistungsumfang: Drag-and-Drop-Editor mit ansprechenden Designvorlagen und unkomplizierter Anpassung.
Vorteile: Einsteigerfreundlich; ansprechende Vorlagen; zügige Einrichtung.
Zu beachten: Begrenzter Anpassungsspielraum; im Funktionsvergleich mit größeren Plattformen eher limitiert.
7. Squarespace
Geeignet für: Design-orientierte Kleinunternehmen.
Leistungsumfang: Stilvolle Templates mit vollständiger Drag-and-Drop-Bedienung.
Vorteile: Einfache und schnelle Einrichtung; moderne Designs; guter Kundenservice.
Zu beachten: Begrenzter Funktionsumfang; für größere Shops meist nicht ausreichend.
8. Jimdo
Geeignet für: Kleine Unternehmen mit dem Wunsch nach schneller Umsetzung.
Leistungsumfang: Unkomplizierte Tools, geeignet für kleinere Shops.
Vorteile: Nutzerfreundlich; kurze Einrichtungszeit; gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Zu beachten: Eingeschränkte Flexibilität; vergleichsweise geringer Funktionsumfang.
9. OpenCart
Geeignet für: Technisch versierte Betreiber mit Interesse an Erweiterungen.
Leistungsumfang: Erweiterbare Open-Source-Lösung mit hohem Gestaltungsspielraum.
Vorteile: Kostenlose Open-Source-Basis; anpassbar und flexibel; große Auswahl an Erweiterungen.
Zu beachten: Technisches Know-how erforderlich; mit zunehmender Shopgröße steigen auch die Anforderungen an die Betreuung.
10. Vendi
Geeignet für: Kleine und mittlere Unternehmen mit Bedarf an nahtloser Channel-Integration.
Leistungsumfang: Cloudbasierte Lösung mit integriertem Warenwirtschaftssystem.
Vorteile: Benutzerfreundlich; gute Multi-Channel-Anbindung, etwa an Amazon; solider Kundensupport.
Zu beachten: Anpassungsmöglichkeiten geringer als bei größeren Plattformen.
Fazit
Die Wahl der passenden Plattform hängt stark vom individuellen Vorhaben ab. Technische Anforderungen lassen sich häufig an spezialisierte Dienstleister übergeben. Wichtig ist eine vollständige Kostenübersicht, um am Ende eine fundierte Entscheidung zu treffen.
