Passkeys: Die Zukunft der Anmeldung
Passkeys sollen klassische Passwörter langfristig ablösen. Statt sich Zeichenfolgen zu merken, meldet man sich über ein kryptographisches Schlüsselpaar an, das vom Gerät verwaltet wird.
01 · Grundlagen: Was sind Passkeys?
Ein Passkey besteht aus einem Schlüsselpaar: Der private Schlüssel verbleibt sicher auf dem Gerät, der öffentliche Schlüssel wird beim jeweiligen Online-Dienst hinterlegt. Die Verwaltung übernimmt automatisch das Betriebssystem oder der Browser. Da ein Passkey fest an die Domain des Dienstes gebunden ist, funktioniert er auf gefälschten Phishing-Seiten nicht.
02 · Funktionsweise
Der Ablauf erfolgt in vier Schritten: Registrierung (Erzeugung des Schlüsselpaars beim Dienst), Challenge (der Server sendet einen zufälligen Prüfwert), Authentifizierung (das Gerät signiert diesen Wert mit dem privaten Schlüssel, freigegeben per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN) und Bestätigung (der Server prüft die Signatur mit dem öffentlichen Schlüssel).
03 · Vergleich: Passkey vs. Passwort
| Kriterium | Passwort | Passkey |
| Phishing-resistent | Nein | Ja |
| Wiederverwendbar über Dienste | Häufig (Risiko) | Nein, pro Dienst eigenes Paar |
| Muss gemerkt werden | Ja | Nein |
| Risiko bei Datenlecks | Hoch | Gering (privater Schlüssel verlässt Gerät nicht) |
| Geräteabhängig | Nein | Ja, mit Synchronisierung über Cloud-Dienste |
| Standardisierung | Keine einheitliche | FIDO2 / WebAuthn |
04 · Kompatibilität
Passkeys werden mittlerweile breit unterstützt: iOS ab Version 16 und macOS ab Ventura (Schlüsselbund-Synchronisierung), Android ab Version 9 über den Google Passwortmanager, sowie Windows über Windows Hello. Auch die gängigen Browser Chrome, Safari und Edge unterstützen den zugrunde liegenden WebAuthn-Standard, Firefox teilweise.
05 · Hintergrund
Der technische Standard hinter Passkeys wird von der FIDO Alliance entwickelt, einem Industriezusammenschluss. Apple, Google und Microsoft haben die Unterstützung in ihre Betriebssysteme und Browser integriert und treiben die Verbreitung gemeinsam voran.
06 · Einrichtung
In der Regel lässt sich ein Passkey in den Kontoeinstellungen eines unterstützten Dienstes unter einem Punkt wie „Passkey hinzufügen“ einrichten. Das Gerät fragt anschließend eine bereits eingerichtete Authentifizierungsmethode ab, etwa Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN.
07 · Praktische Hinweise
Empfehlenswert ist die Synchronisierung von Passkeys über mehrere Geräte hinweg (z. B. über den iCloud-Schlüsselbund oder den Google Passwortmanager), eine eingerichtete Backup-Methode für den Fall eines Geräteverlusts, sowie die aktive Nutzung von Passkeys bei allen Diensten, die sie bereits unterstützen. Für Dienste ohne Unterstützung bleibt ein sicheres, einzigartiges Passwort weiterhin notwendig.
08 · Zusammenfassung
Passkeys ersetzen Passwörter schrittweise, in dem Tempo, in dem Dienste die Technologie einführen. Für Nutzer bedeutet das perspektivisch mehr Sicherheit gegen Phishing und Datenlecks bei gleichzeitig einfacherer Anmeldung ohne Merkaufwand.